Arbeitsschutz – ein sicherer Arbeitsplatz ist wichtig

Es ist ein Thema, das für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen eine hohe Bedeutung hat.

 

Trotzdem wird es oft in Unternehmen nicht oder in zu geringem Maße beachtet. Das Wissen um Arbeitsschutz ist meist rückständig, viele Gefahren sind nicht bekannt. Und das, obwohl ein leistungsfähiger Arbeitsschutz dabei sehr einfach ist.

 

Unter Arbeitsschutz versteht man Maßnahmen, Mittel und Methoden, um Beschäftigten vor arbeitsbedingten Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen zu schützen. Dabei unterscheidet man zwischen drei Schwerpunkten des Arbeitsschutzes: Der soziale Arbeitsschutz beschäftigt sich mit dem Mitarbeiter als Mensch, regelt beispielsweise Arbeitszeiten, Jugend- und Mutterschutz. Der technische Schwerpunkt des Arbeitsschutzes dient der Abwehr von arbeitsbedingten Gefahren. Beispielsweise das Tragen von Stichschutzhandschuhen. Hierzu gehört die Gefahr, die von Maschinen ausgeht, aber auch von gesundheitsschädlichen Stoffen und Produkten. Der medizinische Arbeitsschutz hingegen soll Sorge tragen, dass die Gesundheit der Angestellten durch die Arbeitsumgebung nicht beeinträchtigt, sondern im besten Falle noch gefördert wird. Die meisten Betriebe betreiben für den Arbeitsschutz ein spezielles Management, das sich nur um diesen Bereich eines Unternehmens kümmert.

 

Die EU hat 2014 bereits zum zweiten Mal die europäische Unternehmenserhebung über neue und aufkommende Risiken (ESENER-2) veröffentlicht. Sie gibt Einsicht über das Gefahrenmanagement verschiedener Unternehmen Europas. Dabei werden sowohl allgemeine Risiken, als auch psychische Faktoren und das Sicherheitsmanagement berücksichtigt. Die als am stärksten wahrgenommene Gefahr ist laut Umfrage der Umgang mit schwierigen Kunden, Patienten oder Schülern. Auf Platz zwei steht eine anstrengende Arbeitshaltung wie sehr langes Sitzen, gefolgt von Platz drei, sich wiederholenden Hand- oder Armbewegungen. Aber auch das Risiko von Unfällen mit Arbeitsgeräten wird besonders in Handwerksbetrieben häufig genannt.

 

In der Schweiz sind viele Maßnahmen durch das Unfallversicherungsgesetz (UVG) geregelt. Auch die Pflichten von Arbeitgeber und -nehmer werden hier aufgeführt, mit dem Ziel, einen sicheren Arbeitsplatz zu schaffen. Grundsätzlich ist Planung, Umsetzung und Einhaltung des Arbeitsschutzes Sache des Arbeitgebers. Aber auch die Mitarbeiter sind in der Pflicht, vorgeschriebene Maßnahmen einzuhalten.

 

Möchte man Maßnahmen für einen sichereren Arbeitsplatz ergreifen, bietet sich als erster Schritt eine Gefahrenbeurteilung an. Gefahrenquellen sind von Unternehmen zu Unternehmen verschieden und müssen somit individuell erkannt und benannt werden. Beachtet werden sollten hierbei gesetzliche Vorschriften, psychische Faktoren, Grenzwerte und potentielle Gefahren durch Elektronik, Technik oder Thermetik. Wurden die Gefahrenquellen erkannt, ist eine Kennzeichnung dieser sinnvoll. Ob bebilderte Schilder, Arbeitsanweisungen oder schriftliche Sicherheitshinweise am besten geeignet sind, muss auf das Unternehmen und seine Mitarbeiter abgestimmt werden. Unternehmen, die mit Maschinen oder ähnlichen Geräten arbeiten, sollten diese regelmäßig auf ihre Funktionalität überprüfen.

 

Es gibt allerdings auch einfache Maßnahmen, die besonders für den medizinischen Arbeitsschutz sehr effizient sind. Höhenverstellbare Stühle zum Beispiel ermöglichen die individuelle Anpassung an die Bedürfnisse des Arbeitnehmers. Besonders bei Arbeiten, die hauptsächlich am Schreibtisch stattfinden, kann somit die Körperhaltung verbessert und das Risiko für Rückenbeschwerden verringert werden. Durch ausreichende Belüftung und Lärmreduzierung wiederum wird die Konzentrationsfähigkeit und somit die Leistung verbessert. Auch bewegte Pausen sind eine einfache und gute Möglichkeit, den medizinischen Aspekt des Arbeitsschutzes zu optimieren. Im Idealfall sollten die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, ihren Arbeitsplatz speziell an ihre Bedürfnisse anzupassen.

 

Eins jedoch ist beim Arbeitsschutz am wichtigsten: Alle, ob Arbeitnehmer oder -geber müssen die Maßnahmen zu ihrem Schutz akzeptieren und respektieren. Sonst bringt auch die beste Unfallverhütung nichts.